Sonntag, 5. März 2017: Kapstadt
Weil es uns ja sonst zu langweilig würde, hat Paul die Idee, wir könnten doch auf den Signal Hill laufen. O.K. das machen wir! Um 9h30 marschieren wir los, quer durch die Stadt. Beim Denkmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges wird ein Gedenkanlass durchgeführt. Eine Musikkapelle, alle in schneeweissen Uniformen, spielt sehr schwere, traurige Stücke. Am Anfang ist es noch ziemlich bewölkt und kühl. Aber das ändert sich bald und wir schwitzen ziemlich. Wir suchen überall die „Noon Gun“ (die Mittagskanone). Mit dieser Kanone wurde früher geschossen, wenn ein Schiff in den Hafen einlief. Heute wird jeden Mittag (ausser Sonntags) um 12h ein Schuss abgefeuert. Vergeblich, wird finden die Kanone nicht. Und wir finden den richtigen Weg auf den Signal Hill nicht. Aber wir klettern zielstrebig und kraxeln steil den Berg hinauf. Puhhh, nach 2¼ Stunden, schmerzenden Knien und stark pumpenden Herzen erreichen wir, schnaufend und schwitzend endlich den Signal Hill, dies ist ein markanter Berg mit flachem Gipfel neben dem Tafelberg und Lion’s Head in Kapstadt, Südafrika. Er ist 350 m hoch und bietet Aussicht auf die Waterfront und die dahinter liegende Tafelbucht. 350 m hoch tönt nicht nach sehr hoch, aber wir kommen direkt von der MABUHAY, also Meereshöhe! Von hier oben sieht das für die Fussball-WM 2010 erbaute „Greenpoint Stadium“ aus wie ein grosser Suppentopf.
Wir trinken kurz einen Schluck vom mitgebrachten Wasser, schauen zu, wie sehr viele Paraglider alleine oder als Tandem von hier oben zum Strand im Stadtteil Mouille Point hinunter gleiten. Paul zählt einmal 30 Stück, alle gleichzeitig in der Luft. Wir halten uns nicht sehr lange auf und machen uns wieder auf den Heimweg. Diesmal kommen wir wie zufällig an der Mittagskanone vorbei. Aber leider ist sie heute nicht zu besichtigen, weil ja Sonntag ist. Wir durchqueren den Stadtteil Bo-Kap, mit seinen bunten Häuschen, die die ehemaligen malayischen Sklaven erbaut hatten. Um 14h sind wir mitten in der Stadt, bei der St. George Kathedrale, leider ist sie geschlossen und wir können sie nicht von innen anschauen. Auf dem Church Platz hat es viele bunte Verkaufsstände mit Afrikanischen Souvenirs. Wir setzen uns in ein Kurdisches Restaurant an einer Ecke des Platzes und ich esse eine kurdische Pizza mit Huhn. Mmm, sehr gut. Paul will nichts, er isst nur die Teigränder von meiner Pizza. Neben dem Restaurant führen Kinder afrikanische Tänze auf, die von einer Trommel begleitet werden. Einige, vor allem die Mädchen, machen das echt prima und sie bekommen auch ein paar Rand-Münzen in die alte Plastikdose geworfen, mit der sie anschliessend durch die Restaurants gehen. Um 15h45 sind wir zurück auf der MARABU und geniessen die Sonne an Deck. Zum Abendessen gibt es Gschwellti (Pellkartoffeln) Käse und Tomatensalat.
Montag, 6. März 2017: Kapstadt
Nun ist es also weit. Nach genau drei Wochen hier im Royal Cape Yacht Club, bezahlen wir die 21 Tage und danach bringt uns unser Stegnachbar Franz mit seinem Auto zur Port Control. Hier dauert das Stempeln 30 Sekunden oder nicht einmal so lange. Wir sind platt! Von hier laufen wir zur Immigration und wollen auch hier ausklarieren. Aber jetzt kommt das grosse Problem. Die finden unsere Papiere nicht und behaupten, wir hätten uns bei ihnen nicht gemeldet. Aber wir wissen ganz genau, dass wir am 13. Februar hier in diesem Büro waren und zwar bei einer jungen Frau.
Es dauert ein grosses Palaver lang, d.h. 1¼ Stunden bis man uns sagt, man könne nichts für uns tun, wir existieren hier nicht!!! Aber wir sollen doch rüber zum Zoll und dort ausklarieren. Die Frau beim Zoll sagt, das gehe nicht, bevor wir nicht bei der Immigration ausklariert haben. Keiner weiss, was jetzt zu tun ist. Aber uns ist das ziemlich egal. Wir haben unsere Pässe in den Händen und WIR wissen was jetzt zu tun ist. Wir sagen den Leuten, dass wir jetzt noch einen anderen Termin hätten und wir am Nachmittag oder morgen wiederkommen würden. Morgen werden wir lossegeln, ob mit oder ohne Ausklarierung, ob wir existieren oder nicht !!!
Von hier laufen wir zur Waterfront, wo wir im Belgischen Restaurant „Den Anker“ einen Burger und nochmals den Trubel der Waterfront geniessen. Nach dem letzten Einkauf bei Pick n‘ Pay kehren wir zu Fuss zur MABUHAY zurück. Ich bin danach im Yacht Club Restaurant bei einer Tasse Kaffee und erledige letzte Mails. Um 17h treffen wir uns hier mit Anita und Franz auf ein letztes gemeinsames Bier.
Am Morgen war Nebel, dann den ganzen Tag sonnig und heiss.








































