Donnerstag, 20. August 2020: 24.Tag, Courseulles-sur-Mer - Arromanches, 16,6 km
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In der Nacht gab es kurze Regenschauer. Bei unserer Abfahrt um 10h15 ist es 22° warm, leicht bewölkt. Als erstes müssen wir wieder mal einkaufen gehen. Unser Kühlschrank ist ziemlich leer geworden. Aber, seit wir im Dorf Camembert zwei Camemberts gekauft haben, erfüllt jedes Mal, wenn wir den Kühlschrank öffnen, ein intensiver Käsegeruch den ganzen BONSAI-Camper….

Nach dem Einkauf geht es an den Juno Beach.

 

Juno Beach war der Operationsname während der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg für einen französischen Küstenabschnitt in der Normandie.

Juno Beach erstreckte sich zwischen Saint-Aubin-sur-Mer im Osten und Courseulles-sur-Mer im Westen. Die Landezone war nochmals in zwei Abschnitte mit den Namen Mike und Nan unterteilt. Im Rahmen der Operation Overlord wurde dieser Strandabschnitt kanadischen Truppen zugewiesen. Die 3rd Canadian Division unter Major General Rod Keller, unterstützt von Royal Marines Commandos, landete am D-Day (6. Juni 1944) an diesem Strandabschnitt, der daher auch oft Kanadischer Strand genannt wird.

 

Juno Beach war der von der deutschen Wehrmacht am zweitheftigsten verteidigte Strand nach Omaha Beach. Im Vergleich mit Omaha hatte der Strand von Juno selbst weniger Tiefe, der künstliche Wall war sogar höher und das Wasser wesentlich stärker vermint. Omaha hatte dagegen 30 m hohe Klippen und war schwer einzunehmen, weil auf ihnen Stellungen mit freiem Schussfeld waren.

 

Dieser Abschnitt war von deutscher Seite her der 716. Infanterie-Division unter Befehl von General Wilhelm Richter zugewiesen worden. Dazu kamen elf schwere Batterien mit 155-mm-Geschützen, sowie neun mittlere Batterien mit 75-mm-Geschützen. Zahlreiche deutsche Bunker und Befestigungen lagen dem Landungsabschnitt gegenüber; sie konzentrierten sich besonders auf der Seite von Courseulles-sur-Mer. Allerdings bestand diese 716. Division hauptsächlich aus unter 18-Jährigen und Männern über 35, darunter weitgehend Veteranen des Krieges gegen die Sowjetunion, die behindernde Verletzungen hatten. Das minderte die Kampfkraft dieser Division beträchtlich.

 

Die vorausgegangenen nächtlichen Luftangriffe auf die deutschen Stellungen hinterliessen zunächst keine nennenswerten Schäden. Selbst beim anschliessend von See aus unmittelbar vor der Landung durchgeführten starken Dauerbeschuss zwischen 6:00 Uhr und 7:30 Uhr, bei dem die Schiffsgeschütze und sogar an Deck stehende Panzer und Artillerieeinheiten eingesetzt wurden, konnte nur etwa jeder siebte Bunker entlang des Strandes zerstört werden. Als sich die Landung selbst auch noch wetterbedingt um eine gute halbe Stunde verzögerte, gab dies alles den Verteidigern noch einmal Zeit sich neu zu formieren.

 

Der Angriff wurde von der 3. Kanadischen Infanteriedivision und der 2. Kanadischen Panzerbrigade durchgeführt, während das 1. Kanadische Fallschirmjägerbataillon am Flankenschutz der Landungen beteiligt war. 14.000 Kanadier betraten im Zuge dessen am 6. Juni 1944 französischen Boden.

 

Zur Unterstützung der Infanterie brachten Landungsboote DD-Tanks bis auf etwa 700 Meter an das Ufer. Allerdings konnten nur einige wenige dieser Schwimmpanzer zu Wasser gelassen und angelandet werden, dadurch kamen sie wesentlich später als die erste Welle der Soldaten an, die deshalb hohe Verluste hinnehmen mussten. Am östlichen Ende des Juno Beach war die See noch rauer und so stürmten die dort gelandeten Kanadier völlig ohne Panzer ans Ufer, was sie überproportional viele Opfer kostete. Trotz dieses hohen Blutzolls gelang aber auch ihnen letztendlich der Durchbruch.

 

In der ersten Stunde nach dem erfolgten Angriff beliefen sich die gesamten kanadischen Verluste schon etwa auf die Hälfte aller an Land gegangenen Soldaten (und ist damit nur für diese eine Stunde vergleichbar mit den weltbekannten amerikanischen Verlusten am Omaha Beach.) Den wenigen angelandeten Schwimmpanzern gelang es dann aber, die Verteidigungspositionen der erbittert kämpfenden deutschen Verteidiger erfolgreich zu bekämpfen, nicht zuletzt indem sie – dem Häuserkampf ähnlich – gezielt die am Strand befindlichen Häuser zusammenschossen, in die kurz vorher deutsche Stellungen beordert wurden. Nachdem es den Kanadiern nach über einer Stunde Kampf dann endlich gelungen war, den Wall von der Strandseite her zu überwinden, konnten sie dann wiederum mit diesen Panzern ins Hinterland vordringen und die dortigen – zur Landseite hin nur unzulänglich gesicherten – deutschen Stellungen rückwärtig schnell ausschalten.

 

Gegen Mittag war die komplette 3. Kanadische Division an Land und bereits einige Kilometer in das Hinterland vorgedrungen, sie konnte dann die Brücken über den Fluss Seulles einnehmen und die Stadt Saint-Aubin-sur-Mer war gegen 18:00 Uhr in kanadischer Hand.

 

Am Ende des D-Day war es den Kanadiern gelungen, so weit wie keine andere alliierte Einheit auf französischen Boden vorzudringen, obwohl sie bei der Landung auf ähnliche Gegenwehr gestossen waren wie die Amerikaner am Omaha Beach. Dabei verloren an diesem einen Tag 359 kanadische Soldaten ihr Leben, weitere 715 wurden verwundet.

 

Der Marsch über Bayeux zur Grossstadt Caen konnte beginnen, wo die Schlacht um Caen die Entscheidung brachte, dass sich die Invasionstruppen dauerhaft in der Fläche auf französischem Boden festsetzen konnten. Erst danach konnte man die Einnahme der Hafenstadt Cherbourg angehen, ohne dass die Invasionstruppen von der deutschen Wehrmacht noch komplett auf der Halbinsel Cotentin hätten eingekesselt werden können.

 

Wir schauen uns den Strandabschnitt an, besuchen aber nicht das Kanadische Museum.

Am Nachmittag sind wir in Arromanches, ein sehr entscheidender Ort für die Landungstruppen.

Wir parkieren oben auf dem offiziellen Stellplatz oberhalb der Klippen. Dann machen wir uns auf den Weg hinunter ins Dorf Arromanches, um am Strand zu baden (ich mit irgendwie schlechtem Gewissen, hier zu baden, wo so viele Soldaten gefallen sind!). Aber das Bad in den Wellen ist trotzdem sehr schön. Wir laufen wieder hinauf auf die Klippen, ziehen trockene Sachen an und gehen ins 360° Kino, um uns einen 19-minütigen Film mit dem Titel „die 100 Tage der Normandie“ anzuschauen. Sehr eindrücklich! Eintritt 5.50€ für Rentner (sonst 6.50€). Und jetzt laufen wir zum zweiten Mal heute wieder runter nach Arromanches um ins D-Day-Museum zu gehen. Eintritt 8.20€. Aber irgendwie ist dieses Geld schlecht investiert. Zuerst müssen wir über 30 Minuten warten, weil nur 40 Personen aufs Mal eingelassen werden (wegen Corona). Dann sind wir endlich drin und jetzt erzählt eine Frau mit einem Mikrofon an ein paar Modellen die Geschichte des künstlichen Hafens für die Landungsbrücke. Sie erzählt auf Französisch, mit Maschinengewehr Tempo!!! Ich verstehe nur „Bahnhof“! Die Sachen, die sonst noch ausgestellt sind, sind alle auf Französisch und Englisch angeschrieben. Schade!

 

Arromanches-les-Bains ist eine französische Gemeinde im Département Calvados (Region Normandie) mit 489 Einwohnern.

Arromanches liegt an der Küste des Ärmelkanals, rund acht Kilometer nordöstlich von Bayeux und 25 Kilometer nordwestlich von Caen.

Bei den alliierten Landungen in der Normandie während des Zweiten Weltkriegs 1944 lag Arromanches im Landeabschnitt Gold Beach. Nach der Landung wurde vor der Küste einer der beiden künstlichen Häfen (Mulberry B) gebaut, über den Truppen und Nachschub an Land gebracht wurden. Reste dieses Hafens sind heute zu besichtigen.

 

Die Mulberry-Häfen waren zwei im Zweiten Weltkrieg von den Alliierten errichtete künstliche Nachschubhäfen an der Küste der Normandie.

Die Planung des Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force sah im Rahmen der Operation Overlord nach der erfolgreichen Landung in der Normandie die Errichtung zweier grosser Anlegestellen für Transportschiffe vor. Mulberry „A“ sollte vor Vierville-sur-Mer (Omaha Beach) von den Amerikanern und Mulberry „B“ vor Arromanches (Gold Beach) von den Briten errichtet werden. Die Einzelteile wurden in England vorgefertigt und dann vor der Küste der Normandie zusammengesetzt.

 

Das Prinzip war für beide Häfen das gleiche. Sie sollten Schutz vor der rauen See bieten und die Entladung der Schiffe auch trotz des Tidenhubs erlauben. Ersteres konnte durch das Anwenden von Senkkästen und die Selbstversenkung älterer Schiffe erreicht werden, die ein künstliches Riff rund um den Hafen bildeten, an dem sich die Wellen brachen. Weiter draussen auf See wurden grosse Metallstrukturen, sogenannte Bombardons, verankert, die ebenfalls zur Abschwächung der Wellen dienten. Für eine „Rund-um-die-Uhr-Entladung“ mussten sich die Piers mit Ebbe und Flut auf- und abbewegen. Auch hierfür wurden Senkkästen benutzt, in die lange Metallpfähle eingelassen waren. An diesen glitten die Pierköpfe mit der Tide auf und ab. Das Strassensystem zum Abtransport der Nachschubgüter umfasste im Hafen rund 500 Hektar.

 

An Land bauten die Alliierten grosse Speicherhäuser und Fuhrparks. Alte Strassen wurden verbreitert und neue zum schnelleren Transport der Güter zur Front angelegt.

 

Der Baubeginn der beiden Häfen war der 7. Juni 1944, einen Tag nach der Landung. Schon nach drei Tagen konnten die ersten Schiffe entladen werden. Die Fertigstellung sollte am 20. Juni erfolgen. Ein heftiger Sturm, der am 19. Juni begann und sich erst nach drei Tagen abschwächte, zerstörte Mulberry „A“, der noch nicht entsprechend den Vorgaben gesichert war, fast vollständig. Die Amerikaner verzichteten auf die Reparatur, so dass die noch verwendbaren Teile zur Komplettierung des leichter beschädigten Hafens Mulberry „B“ benutzt wurden. Bei Vierville-sur-Mer/Saint-Laurent-sur-Mer entluden die Amerikaner allerdings noch Transportschiffe an Land, was sich später sogar als effektiver erwies als die Entladung auf See.

 

Der britische Hafen Mulberry „B“ in Arromanches ging kurz darauf voll in Betrieb. Insgesamt konnten hier bis zum 31. Oktober 628.000 Tonnen Nachschubgüter, 40.000 Fahrzeuge und 220.000 Soldaten an Land gebracht werden.

 

Am Abend lesen wir bei Wikipedia nach und nun wird uns vieles sehr viel klarer und verständlicher.

am "Juno Beach"
in Arromanches
in Arromanches
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