Samstag, 22. August 2020: 26.Tag, Colleville-sur-Mer - Montebourg, 80,4km
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Auch heute haben wir wieder sehr lange geschlafen, wie die Murmeltiere! Es nieselt leicht, 19°, stark bewölkt. Genau in dem Moment, wo ich meine Haare waschen will, geht der Wasserpumpen-Schlauch ab und es kommt kein Tropfen Wasser mehr. Aber: no problem, mein Bord-Sanitär repariert das im Handumdrehen und ich kann meine Haare nun doch noch waschen.

Als wir um 10h losfahren, schüttet es in Strömen. Wir fahren an all den vielen Museen des Omaha Beach und D-Days vorbei, bis nach La Cambe, wo sich der Deutsche Soldatenfriedhof befindet. Wir haben Glück, als wir den Friedhof besuchen regnet es gerade nicht.

 

Der Soldatenfriedhof von La Cambe (franz. Cimetière militaire allemand de La Cambe) ist eine deutsche Kriegsgräberstätte in der normannischen Gemeinde La Cambe nahe der Stadt Bayeux in Frankreich. Dort ruhen mehr als 21.000 deutsche Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind.

 

Die Anlage war zunächst eine Kriegsgräberstätte, die während des Krieges durch den Bergungs- und Identifikationsdienst für gefallene Soldaten der United States Army am Rande der Kampfzone angelegt wurde. Amerikanische und deutsche gefallene Soldaten der See- und Luftstreitkräfte wurden in zwei benachbarten grossen Grabfeldern bestattet.

 

Nach Kriegsende wurden die Kriegsverwüstungen beseitigt. Parallel dazu wurden die sterblichen Überreste der gefallenen Amerikaner exhumiert und entsprechend den Wünschen ihrer Familien überführt. Zwei Drittel ihrer Gefallenen überführten die Amerikaner ab 1945 von La Cambe in die USA. Die übrigen wurden zum neuen ewigen American Cemetery and Memorial in Colleville-sur-Mer oberhalb der Landestelle in Omaha Beach überführt und dort begraben.

 

Wegen des amerikanischen Kriegsfortschrittes waren die deutschen Kriegstoten über eine weite Fläche in der Normandie verstreut begraben. Viele wurden in einzelnen Feldgräbern oder auf kleinen Friedhöfen am Rande des Kriegsgeschehens beigesetzt.

 

Nach Kriegsende strebte der Volksbund Deutsche Kriegsgräber an, sechs grosse deutsche Kriegsgräberstätten in der Normandie zu errichten. La Cambe war gut geeignet, eine der sechs zentralen Kriegsgräberstätten zu werden, weil dort bereits deutsche Kriegstote ruhten, weitere Zubettungen vom englischen und französischen Gräberdienst vorgenommen worden waren, und weil es bereits informell vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gepflegt wurde. 1954 befanden sich bereits 8.000 tote deutsche Soldaten auf dem Friedhof. In der Folgezeit konnten die sterblichen Überreste von 12.000 deutschen Soldaten von 1.400 Bestattungsorten in den französischen Départements Calvados und Orne umgebettet werden. Später wurden mehr als 700 Soldaten, die an den Kriegsplätzen der Normandie noch gefunden wurden, dorthin überführt.

 

Die Neugestaltung des Friedhofes begann unmittelbar nach der offiziellen Übergabe der Kriegsgräberstätte. Im Jahr 1958 wurde durch ein internationales Jugendlager der Friedhof erweitert und an der Aufschüttung des sechs Meter hohen Tumulus gearbeitet. La Cambe wurde offiziell am 21. September 1961 als deutsche Kriegsgräberstätte eingeweiht.

 

Der Tumulus wird von zwei Statuen flankiert und ist durch ein grosses dunkles Basaltlavakreuz markiert. Dort sind 207 unbekannte und 89 identifizierte deutsche Soldaten in einem Massengrab beigesetzt. Um den Tumulus angeordnet befinden sich 49 rechteckige Grabfelder mit jeweils bis zu 400 Gräbern, die auf einer grünen Rasenfläche durch Grabplatten gekennzeichnet sind.

 

Die Mehrzahl der in La Cambe Beigesetzten fiel zwischen dem 6. Juni und dem 20. August 1944. Sie waren zwischen 16 und 72 Jahren alt und starben während der Landung der Alliierten und in den nachfolgenden Kämpfen. Mit Stand Juli 2008 waren 21.222 deutsche Soldaten der Marine und Luftwaffe in La Cambe beigesetzt. Nach 50 Jahren wurden immer noch Kriegstote in der Normandie geborgen.

Auf dem Friedhof sind auch tote Soldaten der Waffen-SS beigesetzt.

 

In Isigny-sur-Mer gibt es eine Caramel-Fabrik, die wir uns gerne anschauen möchten. Aber weil am Wochenende nicht produziert wird, gibt es auch nicht sehr viel zu sehen und so lassen wir den Besuch bleiben. Wir kaufen nur in der Caramel-Boutique 250 Gramm frische „Beurre d‘Isigny“ (Butter). Leider ist der Glacé-Stand, wo wir gerne eine Caramel-Glacé schlecken würden, gerade geschlossen…!

 

Jetzt verlassen wir den Omaha Beach und fahren Richtung Cherbourg, vorbei am Utah Beach.

In Ste. Mère-Église machen wir den nächsten Halt.

Bekannt wurde der Ort durch das Missgeschick des amerikanischen Fallschirmjägers John Steele vom 505. Fallschirmjägerregiment der 82. US-Luftlandedivision. Er blieb mit seinem Fallschirm an einem der Ecktürme des Kirchturms hängen und konnte sich anschliessend nicht befreien, da der Kirchplatz heftig umkämpft war. Ausser ihm blieb noch ein zweiter Soldat, der 17-jährige Ken Russell, an der Kirche hängen. Von dort oben mussten sie mit ansehen, wie ihre Kameraden im Kampf fielen. Russell berichtete später, dass Sergeant John Ray sie retten wollte, als er bemerkte, dass es ein deutscher Soldat auf sie abgesehen hatte. Der deutsche Soldat schoss Ray in den Bauch, der, als er zu Boden fiel, dem deutschen Soldaten in den Hinterkopf schoss und somit die Leben der beiden Fallschirmjäger Steele und Russell rettete.

 

Am frühen Morgen des D-Days, dem 6. Juni 1944, landeten 14.000 (nach anderen Angaben 15.000) alliierte Fallschirmjäger der US-amerikanischen 82. US-Luftlandedivision (82nd Airborne) im Zuge der Operation Overlord in der im Hinterland des Strandabschnitts Utah Beach gelegenen Stadt. Die Übernahme des Ortes sollte durch die 82. US-Luftlandedivision erfolgen, tatsächlich haben wegen eines Absetzfehlers auch viele Fallschirmjäger der 101. US-Luftlandedivision daran teilgenommen.

 

Das Ereignis wurde in „Der längste Tag“ verfilmt. Allerdings wird hierbei lediglich das Schicksal des Soldaten Steele gezeigt. Russell kommt in dem Film nicht vor. Heute erinnert eine Puppe an der Kirchturmspitze an den ungewollten Landepunkt der beiden Fallschirmspringer.

 

Auch hier hat es jede Menge Museen über Fallschirmspringer und Flugzeuge usw., aber wir haben im Moment gerade genug von (Kriegs-)Museen.

Gegen 14h sind wir in Montebourg, wo wir uns auf dem offiziellen WOMO-Stellplatz niederlassen.

hier geht es zum Deutschen Soldatenfriedhof von La Cambe (franz. Cimetière militaire allemand de La Cambe)
hier ruhen mehr als 21.000 deutsche Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind
In Ste. Mère-Église. Bekannt wurde der Ort durch das Missgeschick des amerikanischen Fallschirmjägers John Steele vom 505. Fallschirmjägerregiment der 82. US-Luftlandedivision. Er blieb mit seinem Fallschirm an einem der Ecktürme des Kirchturms hängen und konnte sich anschliessend nicht befreien, da der Kirchplatz heftig umkämpft war.
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